Kulturstiftung Friedrichsdorf
Kulturstiftung Friedrichsdorf

Kulturstiftung Friedrichsdorf

Sommerakademie Friedrichsdorf

Die Sommerakademie der Kulturstiftung begann 2003 mit einer Musik- und einer Kunstwerkstatt. Sie war allerdings nicht als einmaliges Ereignis konzipiert, vielmehr sollte sie als feste Einrichtung im Sommer jeden Jahres der gemeinsamen Arbeit, dem Austausch und der Begegnung dienen. Bereits 2004 verstärkten eine Foto- und eine Schreibwerkstatt das Angebot, um breitere Schichten künstlerisch Interessierter ansprechen zu können. Zwei Jahre später konnte das Konzept der einwöchigen Werkstätten zusätzlich um eine Theaterwerkstatt erweitert werden. Die Sommerakademie richtet sich an Menschen, die künstlerisch kreativ sein möchten, dies aber nicht nur im stillen Kämmerlein für sich. Reger Austausch innerhalb der einzelnen Werkstätten, aber auch zwischen den Werkstätten ist ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes. Dabei profitieren jüngere Teilnehmer von den Erfahrungen der Älteren und die ältere Generation von der Spontaneität der Jugend. Die Sommerakademie findet jedes Jahr statt. Informationen zu der nächsten Sommerakademie finden Sie unter “Aktuelle Projekte”.

Die Ergebnisse der einwöchigen Werkstätten können sich sehen lassen:
SommerakademieSommerakademieSommerakademieSommerakademieSommerakademieSommerakademieSommerakademieSommerakademieSommerakademie


Pressetext zur 4. Sommerakademie – Taunus Zeitung, 29.08.06

Skulpturen und mehr: Teilnehmerrekord bei Sommerakademie


Köppern. Mit einer abwechslungsreichen Vorstellung endete die "Vierte Sommerakademie" der Kulturstiftung Friedrichsdorf. Den Weg in den Saal des Bürgerhauses wiesen die Skulpturen der "Kunstwerkstatt", eine Büste etwa, ein Krokodil oder auch bemerkenswerte abstrakte Fromen, die die Teilnehmer den aus hiesigem Wald stammenden Eichenblöcken binnen fünf Arbeitstagen abgerungen hatten.

Der Vorsitzende der Stiftung, Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) sagte, die "Sommerakademie" erfreue sich großer Beliebtheit. Mit 57 Teilnehmern verzeichne man einen neuen Rekord. "Man weiß ja vorher nie, wie so eine Idee ankommt. Die Theaterwerkstatt hat zwar nicht genug Leute gefunden, wir werden sie aber im kommenden Jahr wieder anbieten. Auch bei der Holzwerkstatt haben wir seinerzeit mit vier Teilnehmern begonnen."

Die Stadt Friedrichsdorf kann sich zugute halten, ihr Teil zur Förderung künstlerischen Wirkens in allen Generationen beizutragen und für die Kultur eine Bresche zu schlagen. Man wolle Kunst "sichtbar" machen, sagte Burghardt und kündigte einen "Skulpturenpfad" an, der mit einem Kunstwerk von Claus Bury am 8. Oktober begonnen werden solle. Bury ist ein vielfach ausgezeichneter international bekannter deutscher Künstler; er hat zweimal an den "Blickachsen" in Bad Homburg teilgenommen.

Beim zwei Stunden währenden Programm wechselten sich die drei künstlerischen Disziplinen in rascher Folge ab. Es begann mit einem Septett von Bohuslav Martinu. Die Spieler von Oboe, Klarinette, Geige, Cello und Querflöte bewiesen, dass gemeinsames Musizieren eine freudebringende Kunst ist.

Auf der vier mal drei Meter großen Leinwand des Seulbergers Reiner Harscher, der technischen Aufwand nicht scheute, zeigte sich Friedrichsdorf mit seinen Stadtteilen in neuem, noch schönerem Licht. Kaum wollte man glauben, dass man in so einem pittoresken Ort wohnt. Der bekannte Reisefotograf hatte seinen 20 Schülern gezeigt, wie man ein Motiv in Szene setzt und welcher Dramaturgie ein gelungenes Foto unterliegt. Sieben Teams, die etwa zu den Fachwerkhäusern von Burgholzhausen oder auf einen Bauernhof ausgeschwärmt waren, präsentierten die Ausbeute eines Vormittags professionell mit musikalischer Untermalung. Sie hauchten den fossilgleichen Traktoren fotografisch Leben ein und ließeen die Feuerwehrmännder mal eben den Ernstfall simulieren.

Die Woche war schön. Längst ist die "Sommerakademie" aus ihren Kinderschuhen heraus. Der Wechsel von der "Alten Schule" ins frisch renovierte Bürgerhaus und die Grundschule hat sich gelohnt "Den künstlerischen Ambitionen waren mehr Platzt und Licht allemal dienlich. Wie immer ließ die enge Zusammenarbeit der vielen Teilnehmer schnell eine Gruppe entstehen. Viele Musiker waren zum wiederholten Male dabei. "Man sieht, wie sie sich über die Jahre entwickelt haben", sagte Lars Keitel, künstlerischer Leiter der Unternehmung, der gemeinsam mit den Dozenten Vera Laporeva und Thomas Herrmann kammermusikalische Werke mit den jungen Teilnehmern einstudierte.

"Bei uns geht es nicht ohne Hilfe der anderen. Die schweren Hölzer kann man nicht allein heben", sagte Eberhardt Müller-Fries, der mit den Bildhauern zunächst ein Tonmodell ihres Kunstwerks entwarf, Linien und Formen erprobend. Der Platz zwischen Schule und Bürgerhaus war belebt wie nie. Stundenlang konnte man da Hämmern und Sägen der Teilnehmer hören, das auch die anderen Werkstätten angespornt haben soll.

In den Räumen der Schule hatte sich die Schreibwerkstatt mit Harry Oberländer niedergelassen. Mittelpunkt hier war der Bibliotheksraum mit der gelben Sitzrunde. "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" war das launige Leitwort. Zunächst entwickelten die Teilnehmer eine Figur und dachten sich den Anfang einer Geschichte aus. "Die wurde dann an andere weitergegeben und von ihnen fortgesetzt", sagte Oberländer. So sei der nötige Abstand zum Text entstanden.

"Ich brauchte den Anstoß, endlich mal losschreiben zu können, ich wollte ein professionelles Urteil und Verbesserungsvorschläge. Und ich wollte sehen, was man mit Sprache noch so machen kann", sagte eine junge Teilnehmerin. "Mal ohne Unterbrechung am Stück schreiben zu können, nicht nur von der Muse geküsst zu werden, sondern emsig an einem Text zu arbeiten", lautete ein anderer Kommentar.

Für alle Akademie-Teilnehmer aber steht wohl dieser Ausruf: "Ich wünschte, es wäre am Freitag nicht schon vorbei gewesen!"

nach oben

Pressetext zur 4. Sommerakademie – Friedrichsdorfer Woche, 31.08.06

"Kunststudium" in der Sommerakademie


Friedrichsdorf (fw). Alle waren sich einig: Die Sommerakademie der Kulturstiftung war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg! Zum vierten Mal hatte die Kulturstiftung zahlreichen an Kunst interessierten Menschen aus der Region die Möglichkeit gegeben, an fachkundig geleiteten Workshops teilzunehmen.

Bei der abschließenden Präsentationen am vergangenen Wochenende konnte man einen hervorragenden Eindruck von den erreichten Leistungen bekommen. Der Organisator der Sommerakademie Lars Keitel hatte für einen abwechslungsreichen Abend gesorgt, indem er die einzelnen Seminare mischte. "Es wäre zu eintönig geworden, wenn wir erst eine Stunde musiziert und dann Bilder angeschaut hätten", erläuterte der Musikpädagoge das Konzept. Und so zeigten die 19 Teilnehmer des Foto-Seminars ihre Bilder in einzelnen Blöcken, auch die sieben "Schreiberlinge" lasen abwechselnd Geschichten und Gedichte und zwischendurch spielten die 20 Musiker in Ensembles von zwei bis sieben Instrumentalisten.

Vor dem Köpperner Bürgerhaus und im Foyer konnte man außerdem die Kunstwerke der Bildhauerwerkstatt bewundern, die in den fünf Tagen aus großen Baumstämmen entstanden sind.

"Es ist immer faszinierend, das Miteinander zu entdecken", fasste Bürgermeister und Vorsitzender der Kulturstiftung, Horst Burghardt, zusammen. Denn in den Pausen schauen die Musiker den Bildhauern zu oder man sieht sich schon mal die ersten Bilder an, die in der Fotowerkstatt entstehen. Und beim gemeinsamen Mittagessen kommt der eine oder andere auf die Idee, sich im nächsten Jahr nicht bei der Musik, sondern vielleicht beim Schreiben anzumelden, oder umgekehrt.

Die Fotowerkstatt lag in den professionellen Händen des bekannten Seulberger Reisefotografen Reiner Harscher. Die Teilnehmer beschäftigten sich mit Themen wie Heimatmuseum, Bauernhof, Feuerwehr oder Portraits und lernten viel über die technische Verarbeitung der digitalen Bilder am Computer. Eberhard Müller-Fries stand den Bildhauern als Ratgeber und Fachmann zur Seite. "Mir hat es viel Spaß gemacht und die Figur habe ich für meine Enkel Lukas, Linda und Fabian gemacht", freut sich Dieter Gerold über sein gelungenes Werk. Die jungen Musiker wurden von Vera Laporeva, Thomas Herrmann und Lars Keitel betreut. Julia Gauly war bereits zum vierten Mal mit ihrer Klarinette dabei und findet die Sommerakademie großartig. Dreimal hat Marie Tetzlaff schon mitgemacht und für Leonie Kühn war es das zweite Mal.

Gemeinsam haben sie eines: "Wir machen nächstes Jahr wieder mit!"

Die Bandbreite bei der Schreibwerkstatt, die von Harry Oberländer betreut wurde, reichte von Gedichten über Anekdoten bis hin zu groß angelegten Erzählungen. Die Begeisterung im voll besetzten Saal des Köpperner Bürgerhauses galt eindeutig allen Sparten der diesjährigen Sommerakademie. Ob Musiker, Schreiber, Fotografen oder Bildhauer – die Ergebnisse der einwöchigen Workshops waren qualitativ durchweg auf sehr hohem Niveau angesiedelt. "Wir werden das in jedem Fall auch nächstes Jahr anbieten", schaute Lars Keitel schon in die Zukunft.

Also: Terminkalender gezückt und die letzte Ferienwoche eintragen. Die Friedrichsdorfer Woche wird rechtzeitig auf die Anmeldetermine hinweisen.


nach oben